Bruno Klomfar Fotografie
PORTFOLIO

House for Thomas - Buchinger Christa
House for Thomas
Buchinger Christa

Wie die mächtigen Gehöfte der Gegend soll sich das Gebäude selbstbewusst und stark an den sanften Hügel anschmiegen. Die Großzügigkeit der Vierkanter war mit bestimmend für das Konzept des Baukörpers. Der Eingang von Norden in ein geräumiges Vorhaus, das als Verteiler für Stube, Büro und Aufgang in die Privaträume dient. Die Küche mit der tiefen Arbeitsfläche am Fenster, der Eckbank und der Verbindung zur Garage. Eine Hausbank am Eingang. Das mächtige Dach der Bauernhäuser  wird mit der Eternitverkleidung der Fassade als Hauptbaukörper interpretiert. Der robuste Steinboden aus großflächigen Schieferplatten zieht sich über das gesamte Erdgeschoß, gibt Bodenhaftung und bildet die Fassade auch innen ab.
Die Orientierung des Wohnhauses bezieht sich hingegen auf den Reiz der Landschaft, nicht auf den introvertierten Hof.
Die Situierung des Gebäudes auf der Hügelkante, welche die nördlich gelegenen weit gestreckten Felder des Alpenvorlandes von der Gebirgskulisse im Süden trennt, macht den Wohnraum zum verbindenden Glied der beiden Landschaften. Die Gegend wächst durch das Haus hindurch. Die zeichenhafte Struktur des Lageplanes zeigt ein weiteres Mal die Verbindungen nach allen Richtungen. Im Zentrum die Terrasse, auf der sich alle Besucher treffen und die den obersten Punkt des Hügels bildet. Aus allen Himmelsrichtungen führt ein Weg darauf zu.

Nähert man sich von der Ferne, erblickt man ein lang gezogenes ansteigendes Feld, an dessen Hügelkante sich das Gebäude zwischen Himmel und Erde einfügt. Eine Schleife folgt der Dynamik der Landschaft und verbindet mit seiner bandförmigen Struktur vom Boden über Wände und Decken bis hin zum Dach den Grund, auf dem es steht, mit der Weite des Himmels. Diese Schleife, die wie eine Klammer festhält, macht das Durchfließen der Landschaft von Norden nach Süden möglich. Dieses Fließen, welches in die Landschaft hinausträgt, wird immer gehalten durch die Struktur des Hauses. Die Stahlbetonkonstruktion ermöglicht deckengleiche Öffnungen als entsprechende Rahmungen der Landschaft. Vorgelagerte Terrassen, Veranden und Vordächer schützen und bergen den Innenraum, Abgrabungen des Geländes verankern ihn am Hügel.

Die Materialien im Innenraum geben dem ganzen eine schlichte Eleganz. Stein, Glas und Holz in ihrer puren Form begleiten durch alle Räume. Alle Einbauten bestechen durch ihre Einfachheit und sind so platziert, dass sie immer wieder den Blick nach Außen, aber auch die Durchblicke im Inneren erlauben. Wände wurden ersetzt durch Raumelemente, die diese Spielart perfektionieren. Über die Spiegelungen im Glas werden die Schichtungen der Landschaft vervielfacht. Der Blick auf die Wasserfläche des Schwimmteiches wirft den Traunstein ein weiteres Mal zurück.

Text: Christa Buchinger

Lageplan
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