Bruno Klomfar Fotografie
PORTFOLIO

Kinderland Westside - raumhochrosen
Kinderland Westside
raumhochrosen

Ravensburger und raumhochrosen gestalten das Kinderland im neu eröffneten „Westside“ in Bern. Das traditionsreiche Unternehmen mit viel Erfahrung in anspruchsvoller Spielgestaltung und professioneller Produzent von Spielewelten in allen Größenordnungen hat mit dem Bregenzer Architekturbüro einen engagierten Partner für eine ideenreiche und qualitätsvolle Raumgestaltung und deren bauliche Umsetzung gefunden. Im Kinderland können bis zu hundert Kinder im Alter von 0 bis 12 Jahren gleichzeitig mehrere Stunden unter fachlicher Betreuung spielen, basteln, klettern und rumtoben oder sich einfach ausruhen, während sich deren Eltern in der Shoppingmall, dem Foodcoourt, dem Kinocenter oder dem Erlebnisbad des Westside verweilen.

Westside

Das Westside, gestaltet vom New Yorker Architekten Daniel Libeskind, ist das neueste Einkaufs- und Freizeitcenter der Schweiz mit 55 Einzelgeschäften, einem Erlebnisbad und Spa, einem Kinocenter sowie zehn Restaurants, einem Hotel und einer Seniorenresidenz. Dieses nahtlose Nebeneinander von Einkauf, Altenwohnheim, Hotel und Freizeitangeboten am Stadtrand von Bern realisierte eine etwa 40 Jahre alte Vision einer Stadtentwicklung, die in nur acht Schnellbahnminuten vom Zentrum aus erreichbar ist. Gestaltungskonzept „Einkaufen ist so fad“ sagen die Kinder. „Unglaublich anstrengend“ finden es viele Eltern, wenn sie mit ihren Sprösslingen sich dem Ritual des Shoppings unterziehen. Zwischen den überschießenden Reizen und Angeboten der Geschäfte und ihrer Werbewelt und der Disziplin, auf den endlos langen Wegen nur Ausgewähltes probieren und mitnehmen zu dürfen, ist oft nur wenig Platz für kindliche Spontaneität.

Spieloase in der Einkaufswelt

Deshalb bietet das Kinderland inmitten dieser Einkaufswelt eine Spieloase, die den Ansprüchen und Fähigkeiten der Kinder im Alter von 0-12 Jahren gerecht wird. Bis zu sechs Betreuerinnen haben ein Auge auf die Kinder, leiten sie an, versorgen sie und betten sie auch mal zur Ruhe, wenn sie vom Spiel müde geworden sind. Auch für die Sicherheit ist gesorgt. Nicht nur die Giraffen, sondern auch die Betreuerinnen haben durch mehrere Kameras den Überblick über die vielfältigen Spielbereiche. Hier haben die Kinder die Möglichkeit ihren Bewegungsdrang auszuleben, in der Kletterlandschaft auf Entdeckungsreise zu gehen und sich in selbständigem Basteln, Spielen und Lesen zu vertiefen. Auch elektronische Spiele werden angeboten, sind aber in den Hintergrund gerückt, um die Balance zu den analogen Spielangeboten zu bewahren. Der zentrale Pausenraum und ein Ruheraum für Kleinkinder stehen für den Rückzug und besondere Spielaktivitäten oder Kindergeburtstage zur Verfügung. Viele Spielflächen greifen unbemerkt ineinander. Nur wenige Utensilien und die Fantasie der Kinder verwandeln sie im Handumdrehen in eine der vielen Spieloptionen.

Ansicht
Grundriss

Savanne

Die Gestaltung folgt dem Grundthema „Tiere in der Savanne“. Ein Lebensraum, der auf jedem Kontinent zu finden ist und den ganzen Globus umspannt. Ob als nordamerikanische Prärie, als asiatische Steppe oder als afrikanische Savanne zeichnet er sich zumeist durch ruhig gleichmäßige Landschaftsbilder aus, die von unterschiedlichsten Lebewesen und Pflanzen bevölkert werden. Viele sind den Kindern schon vertraut - wie Löwen und Elefanten, aber dennoch bleibt genug Neues und Unerwartetes zu entdecken. Sanfte Hügelsilhouetten und andere prägnante Landschaftselemente dienten als Ausgangspunkt für die Formensprache der Einbauten, die sich über zwei Ebenen zu einer umfangreichen Landschaft ausdehnen.

Kindergerechte Illustrationen

Für die Illustrationen aus der Feder von Klaus Österle von der Grafikagentur „Wohnzimmer“ in Feldkirch, die das Kinderland bevölkern, dienten Tiere und Pflanzen des gewählten Lebensraums als Vorbilder. Die Charakteristik der Tierfiguren ist sorgfältig gewählt, so dass sie als Freunde das Spiel der Kinder begleiten und die Spielelandschaft bevölkern: Das Känguru mit dem Kleinen im Beutel am Kinderwagenparkplatz, der neugierige Wüstenfuchs am Treppenaufgang, die unternehmungslustige Elefantenfamilie auf der Rutsche, der nachdenkliche Affe und die aufmerksamen Bisons um den Bastelbereich. Die gestalterische Bandbreite reicht von gezeichneten Tierfiguren als Farbdrucke auf natürlichen Materialoberflächen und sanft stimulierenden Farbwelten – ein Versuch der Gegenwelt.. Sie erzeugen eine visuelle Dichte und Wirklichkeitsnähe, die den Gebrauch und Übergang zu natürlichen Spielmaterialien leicht macht.

Stimulierende Farbwelten

Auch die Farbwelten des Kinderlands sind an diesen Lebensräumen orientiert. Ein weicher Sandton kennzeichnet den Fußboden, ein weiß-helles Blau fasst die Deckenflächen zusammen. Sonnenuntergangsfarben des australischen Outbacks und amerikanischer Canyons empfangen im Garderobenbereich. Die Galerie mit dem Lesebereich erleben die Kinder wie ein grünes, lichtes Nest in den Baumkronen. Wer den Versorgungsgang zu Spielmaterial und Nassräumen betritt, taucht ebenfalls in ein kräftiges, dieses Mal rotes Farbbad ein.

Vielfältige Spielelandschaften

Das Kinderland entfaltet sich hinter der markant furnierten Silhouette einer Tierkarawane, die als Attraktion und Sichtschutz zur Mall dient. Es gliedert sich in einen Hauptraum, beginnend mit Empfang und Garderobe, den großen Rutschenhügel, der über eine Treppe oder die Kletterterrasse erklommen wird. Zur einen Seite schließt der Hauptraum mit dem Bastelbereich ab, der als langgezogene Sitzbank mit einer weich fließenden Uferkante ein himmelblaues „Wasserloch“ umgibt. Dort gibt es auch die Möglichkeit für ein Kinderkino, oder dem Kaspertheater unter dem Kletterberg seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Im Nu wird das Theater zum Kaufmannsladen und zur Kinderküche. Dort führen auch die wilden Löwenspuren vorbei, denen die Bobby Cars auf ihrer Safari folgen, wenn sie in einem Tunnel unter dem Kletterberg hindurch sausen. Innerhalb der Kletterterrasse gilt es, begleitet von allerlei Schabernack treibenden Affen, einen Ballpool zu durchqueren, eine Kletterwand zu besteigen, einen Krokodilsgraben mittels einer Seilbrücke zu überqueren, um über ein Kletternetz schließlich über den nach unten offenen Gang auf die sichere Galerie zu gelangen, um nach Bezwingen des Seillabyrinths über die große Rutsche in die Tiefe zu sausen. Ganz oben auf der Galerie, in einem gläsernen Oberlicht drehen sich windbewegte Vogel- und Blütensilhouetten. Das Oberlicht trennt das Seil-Labyrinth und den Einstieg der großen Rutsche vom Lesebereich der Galerie, der über ein breites Fensterband Tageslicht empfängt. Hier in der grünen Oase schmökern die Leseratten wie in einer Baumkrone. Auf der gegenüberliegenden Seite warten Löwe und Tiger im Gras, um über das Wurfspiel gefüttert zu werden. Eine Wii- Konsole bietet Bewegung im virtuellen Raum. Vom Oberlicht fällt weiches Licht in den Ruheraum hinunter, der für ein Schläfchen der Kleinsten oder ihrem  Aufenthalt dient. Hier finden sich Wandspiele mit sinnlich-sensorischen Lerneffekten. Der Pausenraum erhebt sich als frei geformter Turm wie ein Ruhepol innerhalb der bewegten Umgebung. Sein Äußeres wird vom Bild einer Akazie geprägt. Hier gibt´s die kleine Erfrischung zwischendurch oder Raum für eine private Kindergeburtstagsfeier.

Ausstattung

Unter der Galerie verläuft ein Versorgungsgang mit Nebenräumen, Toilettenanlagen und einem Serviceraum für Technik und Personal. Ausgedehnte Lagerflächen für Spiel- und Bastelmaterial nutzen den Raum unter der Rutsche und dem Kletterberg. Vielfältige Spiele aus dem Sortiment von Ravensburger bieten an den Tischen und am Boden vor der  großen Sitzbank weitere Betätigungsmöglichkeiten.

Text: raumhochrosen
www.raumhochrosen.at